Häufig gestellte Fragen

Führt die Einführung des ESP zu zentralen Abschlussprüfungen?

Eine Fachschaft kann beschliessen, ihre eigene Maturitätsprüfung mit Hilfe des GER neu auszurichten (zum Beispiel, in dem sie einen Hörverständnisteil einfügt) und ein allgemein gültiges Niveau für die produktiven und eines für die rezeptiven Teilfertigkeiten festzulegen. Diese Maturitätsprüfung kann sie auch zusammen mit Fachschaften anderer Schulen entwickeln, sofern diese das wünschen. In diesem Sinne können zentralere Prüfungen angeboten werden, wenn dies die betroffenen Fachschaften wollen.

Muss ich meinen Unterricht umstellen, wenn ich mit dem ESP arbeite?

Die meisten Sprachlehrpersonen nehmen die Einführung des ESP zum Anlass, ihren Unterricht und ihre Lernziele mit Hilfe des GER zu überprüfen. Viele erkennen dabei, dass sie ihren Unterricht und ihre Lernziele kaum anzupassen brauchen, wenn sie mit dem ESP arbeiten. Einige benutzen die Gelegenheit um mit dem ESP neue Projekte anzugehen.

Muss man den ESP-Ordner für alle Schülerinnen und Schüler anschaffen?

Es ist nicht nötig, dass der offizielle Ordner von jeder Schülerin und von jedem Schüler verwendet wird. Die Lernenden benötigen aber einen Ordner, in dem sie die ausgefüllten Kopiervorlagen und ihre eigenen Arbeiten für das Dossier ablegen können.

Muss man internationale Sprachprüfungen absolvieren lassen, wenn man mit dem ESP arbeitet?

Wenn eine Lehrperson gerne mit einem Lehrmittel arbeitet, das auf eine internationale Sprachprüfung vorbereitet, ist das mit dem ESP möglich. Die Lernenden können danach die entsprechende Sprachprüfung absolvieren. Es ist aber nicht nötig, dass man auf diese Prüfungen vorbereitet und sie ablegen lässt, denn mit dem ESP kann man auch direkt im Sprachenpass die Sprachkenntnisse in den verschiedenen Teilfertigkeiten ausweisen.

Was heisst ESP III?

ESP heisst Europäisches Sprachenportfolio. Es gibt verschiedene ESPs für verschiedene Altersstufen der Lernenden. Das Portfolino ist das Sprachenportfolio für die 4-7-Jährigen. Das ESP I richtet sich an die 7-11-jährigen Sprachlernenden. Das ESP II wird von 11-15-Jährigen gebraucht und das ESP III von Jugendlichen und Erwachsenen. Das ESP IV ist auf spezielle Lernendengruppen im Erwachsenenalter ausgerichtet wie Studierende oder Migrantinnen und Migranten.

Was ist der GER?

GER ist die Abkürzung für den Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen. Er wurde im Jahr 2000 von einer internationalen Forschergruppe mit massgeblicher Beteiligung aus der Schweiz entwickelt. Er teilt Fremdsprachenkompetenzen in fünf Teilfertigkeiten (hören, lesen, schreiben, an Gesprächen teilnehmen, zusammenhängend sprechen) und in sechs Kompetenzstufen (A1- A2 – B1 – B2 – C1 - C2) ein. Das ESP wurde auf der Basis des GER entwickelt.

Welche Lehrmittel gibt es, die sich für die Arbeit mit dem ESP eignen?

Zurzeit werden laufend neue Lehrmittel entwickelt, die auf die Arbeit mit dem ESP ausgerichtet sind. Diese führen meist das entsprechende Niveau, für das sie entwickelt wurden, im Titel. Es gibt auch Lehrmittel, die auf dem Titelblatt einen Kleber mit einem der europäischen Niveaus aufweisen. Oft ist dieser allerdings im Nachhinein angebracht worden, und es fehlen im Lehrmittel Aufgaben und Hinweise für die Arbeit mit dem ESP.

Welche Vorteile bringt die Arbeit mit dem ESP?

Mit dem ESP können Sprachkompetenzen klar beschrieben, direkt trainiert und transparent evaluiert werden. Lernende und Lehrende wissen zu jedem Zeitpunkt, wo sie stehen und was sie als Nächstes lernen wollen. Die Lernenden übernehmen mehr Verantwortung für ihr eigenes Lernen und erkennen ihren Lernprozess.

Wer kann überprüfen, ob ich das ESP gut eingeführt habe?

Diese Rechenschaft kann sich jede Lehrperson und jede Sprachfachschaft selber geben. Als Lehrperson empfiehlt es sich, ein ‚Lernjournal’ zu führen, in dem Erfahrungen mit dem ESP-Unterricht festgehalten werden. Mit diesem Hilfsmittel kann man dann in der Fachschaft den Austausch suchen und die eigene ESP-Arbeit optimieren. Es ist sinnvoll, wenn die Fachschaften regelmässig in einem kurzen Bericht die bisherigen ESP-Erfahrungen festhalten und anderen Sprachfachschaften der eigenen oder anderen Schulen zur Verfügung stellen.

Weshalb wird das ESP eingeführt?

Die einheitliche Beschreibung von Sprachkompetenzen mit den sechs Niveaustufen und fünf Teilfertigkeiten des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmes für Sprachen GER hat sich in Europa durchgesetzt. Anforderungsprofile an Sprachkenntnisse, neue Lehrpläne, neue Kurse werden in der Schweiz und in ganz Europa nur noch nach diesem transparenten Kompetenzraster beschrieben. Das ESP basiert auf dem GER und ermöglicht die Umsetzung der Sprachlernphilosophie des GER.